Dienstag, 20. Mai 2014

nordspanische Impressionen

Wer Portugal auf dem Landwege verlässt, betritt spanischen Boden. Wir hatten uns für die Nordatlantikroute entschieden, um den großen Touristenströmen an der Südküste zu entgehen. Der Süden ist aufgrund der angenehmeren klimatischen Bedingungen deutlich beliebter, aber wir haben der Region Kantabrien eine Chance gegeben und dort im Norden die klare, teilweise etwas raue Seite von Spanien schätzen gelernt. Diese Gegend wird zu Recht 'das grüne Spanien' genannt.

eine typische nordspanische Küstenlandschaft bei Llanes




das Blau des Meeres scheint in den Himmel überzugehen


in diese kleine Bucht blickten
 wir von unserem Schlafplatz hinunter

                  






Hier fanden wir auch seltsam interessant
anmutende Steinformationen, geformt von der Kraft des Meeres. Der Fantasie sind, ähnlich wie bei der Deutung von Wolkenbildern, keine Grenzen gesetzt...



 



 Viele Flussmündungen prägen auch hier an der Küste das Bild und haben den Orten mit ihren kleinen Häfen und Brücken das charakteristische Flair gegeben.
   Die zum Meer hin sanft auslaufenden Höhenzüge lassen malerische Anblicke entstehen,   
welche das Auge einladen, den Blick schweifen zu lassen.
Klare, angenehme Farben und deutlich ist zu sehen, daß der Frühling noch nicht so weit vorangeschritten ist wie an der Algarve.
Wir befinden uns rund 1500 km weiter nördlich.


der malerische Ausblick auf Ribadeo



Für mich sehr besonders war der Anblick der Berge mit ihren schneebedeckten Gipfeln im Landesinneren, die sich majestätisch im Hintergrund abzeichnen.
Auch dies ein Zeichen für uns, daß der Winter erst langsam auf dem Rückzug ist.
Die Spanier haben hier in dieser wunderbar ursprünglichen Umgebung
vielfach Naturparks eingerichtet.
Einer von ihnen schützt die imposanten Picos von Europa.
Hier befinden sich auf einer vergleichsweise kleinen Fläche von 64660 Hektar etwa 200 Gipfel über 2000 m Höhe. Interessant ist auch, daß bedrohte Tierarten wie der iberische Wolf oder der Braunbär hier eine Heimat gefunden haben und seit 2003 ist der Nationalpark Picos de Europa ein durch die Unesco ausgewiesenes Biosphärenreservat.

die Picos de Europa

es erinnert mich an ein altes Gemälde:
das Abendlicht über den Gipfeln

Die Küstenstadt Comillas ist wirklich eine Reise wert, sie wird Stadt des Modernisme genannt. Ende des 19.Jahrhunderts war sie Sommerresidenz des spanischen Königspaares und etwas von dem mondänen Hauch aus diesen Zeiten ist geblieben. 
Auch beherbergt sie die katholische Universität, Sitz des Internationalen Zentrums für Höhere Studien der Spanischen Sprache, das zur weltweiten Referenz auf dem Gebiet des Erlernens und der Förderung der spanischen Sprache werden möchte.

hier versteckt sich die imposante Universität

unser romantisches Plätzchen direkt an der Strandpromenade
 von Comillas bei Sonnenaufgang

dieses verwunschen wirkende Haus am Ortsrand
und die schneebedeckten Gipfel
ergeben die besondere Stimmung in diesem Bild

die Ausstrahlung des Hauses hat mich besonders angezogen

Palacio Sobrellano, ein architektonisches Meisterwerk

und absolut stimmig in direkter Nähe
dieses wunderschöne Panteon





die fleißige Fischersfrau erwartet
den frischen Fang der Nacht

   




Comillas erwacht


Zwischen Ubiarco und Tagle haben wir einen Platz an der Küste gefunden, den Shogun als einen Traumplatz in seinem persönlichen Speicher vermerkt hat.
Wo genau.... :-)) bleibt unser Geheimnis.
Hier seht ihr den märchenhaften Ausblick von dieser Stelle kurz vor Sonnenaufgang.
 Die Berge und das Meer vereinen sich zu einem Kunstwerk, es war wunderbar einsam, nur das Rauschen der Brandung und die Stimmen der Möven waren zu hören.



Die Landschaft erinnerte uns hier in ihrer Schönheit an die irische Küste.

auch für Nico ein Lieblingsplatz,
er liebt diese Freiheit und die Weite

Wer südlich von Santander die Küstenautobahn verlässt, findet einen weiteren Nationalpark, den Parque Natural Macizo de Pena Cabarga.
Hier ist bei Cabarceno ein wirklich schöner Übernachtungsplatz für Wohnmobile eingerichtet, eingebettet in ursprüngliche Natur und direkt an einem kleinen See gelegen.



traumhafte Ruhe
Morgennebel steigt auf nach einer kalten Aprilnacht
 mit Bodenfrost

der Nebel beginnt der Sonne zu weichen

Das Besondere in diesem Naturpark sind die außergewöhnlichen Nachbarn.
Hier findet man etwa hundert Tierarten, sie stammen von allen fünf Kontinenten und leben in groß angelegten Gehegen mit möglichst naturnaher und artgerechter Gestaltung. So ergibt sich für den Besucher durch die weitläufigen Gehege mit Bergen, Schluchten und friedvollen Seen der Eindruck der Halbfreiheit.








  
kein 'Torro', aber typisch Spanien :-)
 Für uns schließt sich ein schönes Kapitel Spanien erst einmal hier, aber wir werden in der Zukunft sicher weitere Erfahrungen in diesem abwechslungsreichen Land sammeln.




Montag, 12. Mai 2014

Praia da Marinha

Nach dem letzten Blockeintrag ist meine Sehnsucht nach den Farben des Südens so groß, daß ich einen Sprung zurück an die Südküste von Portugal machen möchte an die Praia da Marinha.
Dieser Küstenabschnitt östlich von Carvoeiro ist vielen Algarveliebhabern bekannt und bei Touristen für einen Abstecher sehr beliebt. Das konnte ich nach ein paar Tagen Aufenthalt dort so gut verstehen. Lasst Euch mitnehmen an einen Ort der puren Schönheit.
Dieser schöne Wegweiser findet sich hier:

so ist es, ein Ort der Schönheit

der wahrscheinlich bekannteste Anblick an der Praia da Marinha: der doppelte Torbogen
 
Die Felsformationen verzaubern den Menschen, der voller Bewunderung einfach steht und schaut. Sie strahlen dich an im Morgenlicht oder schimmern beruhigend und zufrieden mit sich im Licht der untergehenden Sonne.

früher Morgen im Februar

die Sonne taucht auf am Horizont

das Licht der Sonne wandert um die Klippen herum

bald wird die ganze Bucht in warmes Licht getaucht sein






Auch die Möven auf den Felsen scheinen am Morgen sehnsüchtig Licht und Wärme zu erwarten.
Sie verbringen die Nächte auf den Klippen nahe dem Gestein, welches die Sonnenwärme des vergangenen Tages speichert.




ein aufmerksames Mövenpärchen

Die Wellen kommen und gehen an der Praia da Marinha und formen wundersame Höhlen und imposante Bögen in das Gestein. Die Küstenformation ist einem ständigen Wandel im Laufe der Gezeiten unterworfen. Es lässt mich an den griechischen Philosophen Heraklit und sein "Panta Rhei" denken. Es macht seine Lehre "Alles fließt und nichts bleibt; es gibt nur ein ewiges Werden und Wandeln" quasi fühlbar für mich.
Es war wunderbar dort, ich habe mich sehr wohl gefühlt an diesem unvergleichbaren Ort.


golden sanftes Morgenlicht


Diese unvergleichlichen Anblicke machen den Charme der Algarve aus und sie wird mit Recht, wie ich finde, eine der schönsten Küstenregionen der Welt genannt.


hier ein Blick in die Nachbarbucht mit ihrem einladenden Sandstrand
 



Der Wanderer wird an der Küste entlang auf schmalen aber gut begehbaren Pfaden über die Klippen geführt und immer wieder trifft man unterwegs auf tiefe Karsttrichter, die bis unter die Ebene des Meeresspiegels hinabreichen. Unten gurgelt ohne Unterlass das Wasser und die Wellen schlagen tosend hinein. Nico stellt sich immer wieder ganz nahe an die Kante und schaut hinunter, um herauszufinden, was dort so brodelt. In solchen Situationen zittern mir die Knie und der kleine Hund ist völlig furchtlos :-)

Wir haben einige Tage hier verbracht und so habe ich die Chance gehabt, immer wieder neue Impressionen einfangen und Stimmungen erleben zu dürfen.

ein neuer Morgen zaubert ein wieder neues, anderes Licht


eine ganz besondere Stimmung entsteht

mit steigendem Sonnenstand kehrt der goldene Schimmer zurück

eines meiner Lieblingsbilder


Sieht es nicht aus, als habe jemand Klumpen aus purem Gold in das Meer fallen lassen?


Der Flora hier hat auch ihren besonderen Charme, tiefgrün und abwechslungsreich. Die Farben des Gesteins variieren von tiefdunklem terracotta bis zu hellem Sand.

 






für die Glücklichen in diesem Haus ist die Praia da Marinha nur ein paar Schritte entfernt :-)








Hier haben wir mit einem heißen Kaffee am Morgen oder einem Glas Rotwein zum Sonnenuntergang einfach nur unser Dasein genossen und uns gefreut, dieses Plätzchen gefunden zu haben...wunderschönes Portugal.



Donnerstag, 8. Mai 2014

Reise Richtung Norden

Es geht weiter auf der 'Nordroute' und wir haben einen kurzen Aufenthalt in dem kleinen Küstenstädtchen Porto Covo. Es ist ein deja vu, denn hier haben wir auch im November letzten Jahres unsere ersten Portugal Erfahrungen gemacht und an der Steilküste übernachtet. Wir suchen den bekannten Platz auf den Klippen...immer noch schön. Nur ganz anders...



unsere erste Begegnung mit 
Porto Covo
November 2013
  
und das Wiedersehen Ende März 2014


unser Commander in der Ferne

Porto Covo im Hintergrund
Mich hat die Stimmung an diesem Morgen begeistert, ein Sonnenaufgang unter Wolken, dieses eigenwillige blau-grau und ein aufgewühltes Meer.

Wir nähern uns der spanischen Grenze und fahren im Norden von Portugal in eine völlig veränderte Wetterlage. Wolken, Regen und kalter, in Böen bis 8 Bf starker, Wind.

Das macht den Abschied von der Algarve wirklich schwer, wir haben die sanfte Luft, die Sonne und die Stimmungen dort so sehr geliebt. Wir erleben ganz andere Farben als jene, welche dem blog seinen Namen gegeben haben und das mediterrane Lebensgefühl für uns ausmachen.
Sie haben aber auch ihren Reiz, wenn man ihnen offen begegnet und sie als Wunder der Natur wahrnimmt.

Einige schöne Momente und Anblicke auf unserer Reise möchte ich mit Euch teilen.

Wir erreichen die interessante Stadt Sao Martinho do Porto. Sie liegt direkt an einer fast kreisrunden Lagune mit einer schmalen Pforte zum Atlantik. Der Sonnenuntergang taucht den Anblick in herrliche Pastelltöne.


Blick auf die Lagune von Sao Martinho do Porto

Bei einem Spaziergang durch den Ort finden wir diesen Zeugen vergangener Tage... an solchen Häusern kann ich einfach nicht vorbeigehen, sie versetzen mich zurück in die Vergangenheit, zu Zeiten als Sao Martinho durch seine auserwählte Lage an der Lagune ein mondäner Bade-und Kurort der betuchten Portugiesen war. Auch bei rauer See und hohen Wellen draußen auf dem Atlantik bietet die Lagune eine sichere Umgebung für Urlauber.


das verlassene Hotel liegt unauffällig an der Hauptstrasse Richtung Lagune


die Jahre haben dem Charme dieses Hauses kaum etwas anhaben können
wie wunderbar wäre es, das Hotel wieder zum Leben zu erwecken...


Einen schönen Platz fanden wir hoch oben auf einem Berg bei Viana do Castelo direkt bei einer eindrucksvollen Kirche mit freiem Blick über das Mündungsgebiet des Lima und den Ozean. 
Eine eindrucksvolle Aussicht und ein traumhaft ruhiger Schlafplatz mit einer ganz besonderen Stimmung.

Wallfahrtskirche Santa Luzia

Blick auf die Stadt, den Hafen und die Küste
Die Pläne für die im Hintergrund zu sehende 736m lange doppelstöckige Eisenbrücke über den Rio Lima stammen von dem bekannten französischen Ingenieur und Architekten Gustave Eiffel.

stimmungsvoll angestrahlt bei Nacht

die Pousada de Viana do Castelo
Diese imposante Herberge in direkter Nachbarschaft der Wallfahrtskirche ist die gelungene Umgestaltung des Hotels Santa Luzia von 1918. Durch seine mit Granit verkleidete Fassade und die beeindruckenden Arkaden macht es einen majestätischen Eindruck auf mich.

noch geben die ergrünenden Bäume den Blick auf die Pousada frei

Frühlingsboten verzaubern den etwas düsteren Anblick von Santa Luzia
am Fußweg hinab in die Stadt ist die Vergangenheit gegenwärtig
Viana do Castelo war unsere letzte Nacht in Portugal, einem Land, das wir in den letzten Monaten lieben gelernt haben.
Unsere Reise dient auch dazu, ein Plätzchen zu finden, wo wir uns vorstellen können zu leben und zu sein....Portugal hat uns eine so schöne Zeit gegeben, daß wir schon Sehnsucht haben, das Land wiederzusehen, obwohl wir es noch gar nicht verlassen haben.

die spanische Grenze in Sichtweite...



Abschied von Portugal